5 Tipps für Lehrkräfte: Erfolgreich kommunizieren in kritischen Elterngesprächen

Lesen Verhältnisprävention
Lesedauer 3 min. Lesedauer

Ein schwieriges Gespräch mit Eltern steht an? Mit diesen Tipps sind Sie gut darauf vorbereitet.

Warum das wichtig ist? Wenn Sie und die Eltern an einem Strang ziehen und Sie sich als Lehrkraft dadurch der Unterstützung der Eltern sicher sein können, sind Sie entspannter in Ihrer Arbeit und beugen damit Stress vor.

Grundsätzlich ist es natürlich immer hilfreich, sich in Gesprächen bewusst zu sein, dass jeder Mensch einen anderen Hintergrund hat. Dadurch kommuniziert auch jeder unterschiedlich. Das betrifft alle Ebenen: das gesprochene Wort (verbale Kommunikation), die Mimik und die Gestik (nonverbale Kommunikation). Gleichzeitig wird das Kommunizierte von allen Gesprächspartnern verschieden interpretiert.

In Gesprächen zwischen Lehrkräften bzw. pädagogischen Fachkräften und Eltern(-teilen) gibt es aber idealerweise eine Gemeinsamkeit: Sie haben das Beste für das jeweilige Kind im Sinn.

5 Tipps für erfolgreiche Elterngespräche

Was können Sie nun als Lehrkraft dafür tun, dass schwierige Elterngespräche möglichst zufriedenstellend für beide Seiten verlaufen?

1. Schaffen Sie positive Rahmenbedingungen

Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor – sowohl inhaltlich, als auch z. B. bei der Wahl des Ortes oder Raumes für das Treffen. Während des Gesprächs sollten sich alle Beteiligten wohl fühlen, denn nur so kommt es zu einem konstruktiven Austausch.

Kurze, unproblematische Abstimmungsgespräche können im Schulalltag auch mal zwischen Tür und Angel stattfinden. Um über unterschiedliche Auffassungen und herausfordernde Situationen zu sprechen, bietet dagegen ein Termin für ein Elterngespräch in einem abgetrennten Raum mit positiver Atmosphäre den passenden Rahmen. Beide Parteien können sich darauf vorbereiten und haben genug Zeit, ihre Ansichten und Bedürfnisse zu äußern und gemeinsam eine gute Lösung zu finden.

2.  Behalten Sie das Ziel im Auge

Stellen Sie das Ziel des Gesprächs schon in Ihrer Vorbereitung in den Fokus. Was ist das Ziel?

  • Aus Ihrer Sicht als Lehrkraft gilt es, die Eltern bestmöglich zur aktuellen Lage abzuholen. Schaffen Sie dabei auch Verständnis für Ihre Situation als Lehrkraft und machen Sie den Eltern deutlich, dass für Sie die gesunde Weiterentwicklung und das Wohlbefinden des Kindes an erster Stelle stehen.
  • Ihr gemeinsames Ziel als Lehrkraft und Eltern ist es, dem Kind und dem Schulsystem gerecht zu werden.

3. Vermeiden Sie Schubladendenken

Bleiben Sie neutral: Bewerten Sie weder das Kind noch Ihre Gesprächspartner. Beschreiben Sie Ihre Beobachtungen wertfrei und ohne Mutmaßungen oder Interpretationen – idealerweise in der Ich-Perspektive.

Behalten Sie während des Gesprächs im Hinterkopf, dass hinter jedem Verhalten und hinter jedem Gefühl Bedürfnisse stehen. Diese müssen nicht immer nachvollziehbar sein, aber sie sind da: bei dem Kind, bei Ihren Gesprächspartnern – und auch bei Ihnen.

4. Bleiben Sie empathisch

Äußern Sie im Gespräch Ihre eigenen Bedürfnisse. Geben Sie aber auch den Eltern die Möglichkeit, ihre Sicht auf die Situation zu schildern und ihre Bedürfnisse zu kommunizieren. Hören Sie dabei bewusst zu und zeigen Sie Verständnis. Vermeiden Sie Vorwürfe und kommunizieren Sie lösungsorientiert.

Denken Sie auch hier wieder daran: Sie und die Eltern haben ein gemeinsames Ziel – das Wohlergehen des Kindes.

5. Bleiben Sie im Konfrontationsfall ruhig und sachlich

Sie und die Eltern haben verschiedene Auffassungen und das Gespräch wird energischer? Versuchen Sie ruhig zu bleiben und auch angreifende Äußerungen nicht persönlich zu nehmen. Konfrontation ist häufig ein Zeichen von Hilflosigkeit. Auch dahinter steckt ein Bedürfnis. Stellen Sie Verständnisfragen, um herauszufinden, welches Bedürfnis oder welche Angst das ist.

Wichtig: Auch Sie müssen sich in dem Gespräch wohl fühlen. Geht Ihnen z. B. der Tonfall zu weit, bitten Sie ruhig und sachlich um einen angemessenen, freundlichen Ton.

Die Ansichten sind zu unterschiedlich und Sie merken, dass Sie und die Eltern nicht zueinanderkommen? Bitten Sie jemanden aus Ihrem Kollegium bei dem Gespräch als Vermittler oder Mediator dabei zu sein.

Hilfreiche Tipps zu erfolgreicher Kommunikation finden Sie auch in diesem Podcast.