5 Tipps: Selbstwertgefühl des Kindes stärken

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Ein Kind mit gutem Selbstwertgefühl traut sich mehr zu. Es kann mit schwierigen Situationen besser umgehen und lässt sich von Rückschlägen nicht so leicht entmutigen. Mit diesen 5 Tipps stärken Sie das kindliche Selbstbewusstsein – als Eltern zu Hause und als Lehrkraft in der Schule.

1. Du verdienst Anerkennung

Kinder brauchen Lob und Anerkennung. Es stärkt sie. Achten Sie beim Aussprechen Ihres Lobs darauf, dass Sie nicht das Endergebnis hervorheben, sondern vor allem die Arbeit und die Bemühungen des Kindes, die zu dem Ergebnis geführt haben. Zum Beispiel: „Ich sehe, dass Du wirklich intensiv gelernt hast. Ich freue mich sehr mit Dir, dass Du die gute Note im Test bekommen hast.“ Damit geben Sie dem Kind das Gefühl, dass es Dinge erfolgreich bewältigen kann. Loben Sie das Kind auch, wenn es sich sehr bemüht hat und das Ergebnis trotzdem nicht hervorragend ist. So ermutigen Sie das Kind, sich weiterhin zu bemühen. Und Sie zeigen ihm, dass Rückschläge Teil des Lebens sind und überwunden werden können.

Im Gegensatz dazu setzt Lob, das auf das Endergebnis abzielt, ein Kind häufig unter Druck immer eine positive Leistung bringen zu müssen und nur in Zusammenhang mit dieser Leistung gut und wertvoll zu sein. Komplimente wie „Du bist toll, eine 1 im Test – jetzt bin ich aber stolz auf Dich!“ können diesen Eindruck im Kind hervorrufen.

2. Alles ist möglich

Auch Kinder vergleichen sich. Das Ergebnis: Die Frustration steigt, wenn andere etwas besser können. Häufig äußert sich das in der Aussage: „Ich möchte das nicht mehr machen. Ich kann das nicht!“ Zeigen Sie dem Kind Verständnis und machen Sie ihm Mut. Sagen Sie ihm: „Du kannst es NOCH nicht“. Dann besprechen Sie, was dem Kind daran schwerfällt und was dabei helfen könnte, dass es ihm leichter von der Hand geht. Oft helfen dabei schon ein paar Tricks oder Tipps.

Der innere Glaubenssatz „Das kann ich nicht“ manifestiert sich leicht. Durch Ihr unterstützendes Verhalten wirken Sie dem entgegen und machen dem Kind verständlich, dass es alles lernen und erreichen kann, was es möchte.

3. Deine Meinung zählt

Zeigen Sie dem Kind, dass seine Meinung wichtig ist. Ermutigen Sie es, seine Gedanken zu äußern. Lassen Sie das Kind ausreden und nehmen Sie seine Aussagen ernst. Dadurch fühlt es sich angenommen. Und es erlebt, dass seine Überlegungen und seine Meinung wertvoll sind.

Durch schnell daher gesagte Äußerungen wie „Du erzählst ja wieder einen Quatsch“ oder „Sei still, ich habe Dich nicht gefragt“ wird einem Kind vermittelt, dass es in der Erwachsenenwelt nichts zu sagen hat und dass es lieber schweigen sollte. Die Folge: Das Kind fühlt sich nicht wertgeschätzt. Es lernt nicht, dass es bereits jetzt ein wertvoller Mensch mit wertvollen Gedanken ist. Es lernt nicht für die eigenen Überzeugungen einzustehen. Und es lernt nicht den Mund aufzumachen, wenn es Unrecht erfährt oder beobachtet.

5. Ich hab‘ Dich gern, auch wenn ich Dich kritisiere

Herumfliegende Sachen, nicht erledigte Hausaufgaben oder Hausarbeiten und ein Lärmpegel, der Kopfschmerzen verursacht. Da kann einem schonmal die Hutschnur reißen. Oberste Regel beim Kritisieren sollte allerdings sein, dass das Kind versteht: Nicht ich bin schlecht, sondern mein Verhalten war nicht in Ordnung. Versuchen Sie immer, die Kritik auf diese Art und Weise zu formulieren. Zum Beispiel: „Es ist nicht in Ordnung, dass Du Deinem Freund den Schuh weggenommen hast“, „Jetzt ist aber mal Ruhe. Bei dem Lärm bekomme ich Kopfschmerzen“. Das hört sich viel besser an als „Du bist furchtbar. Warum machst Du immer Quatsch?“ oder „Du Schreihals – jetzt halt mal den Mund“.