Abendroutine für das Kind

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Zähneputzen, Schlafanzug anziehen, Schlafen: Klingt einfach, ist es mit Kind aber häufig nicht. Eine Gute-Nacht-Geschichte wird gewünscht oder nur noch eine einzige Folge der Lieblingsserie. Was hilft? Eine feste Abendroutine.

Warum ist eine Abendroutine wichtig?

Routinen geben Kindern Stabilität. Sie verringern das Streitpotenzial, denn Ihr Kind weiß, welche Dinge es vor dem Ins-Bett-gehen erledigen sollte. Und es weiß, dass es selbst Verantwortung mitträgt. Sie können sich in der Zeit noch zurückziehen oder andere Dinge erledigen und kommen dann wieder ins Spiel, wenn es z. B. um die Gute-Nacht-Geschichte geht. Eine Abendroutine macht den Übergang vom aufgekratzten Familienalltag zur erholsamen Nachtruhe einfacher. Sie sorgen damit im besten Fall dafür, dass Ihr Kind schneller einschläft und dass der müde Punkt nicht durch eine Auseinandersetzung zum Zähneputzen und Co. überschritten wird.

Wie finden Sie die Abendroutine für Ihr Kind?

Jedes Kind ist unterschiedlich. Deshalb sollte auch jede Abendroutine individuell auf das Kind abgestimmt werden. Setzen Sie sich am besten mit Ihrem Kind gemütlich hin und gestalten Sie gemeinsam die zukünftige Abendroutine. Dann ist es direkt in die Planung involviert und kann die eigenen Wünsche und Vorstellungen einfließen lassen – auch das hilft beim Einführen der Routine.

Gehen Sie mit Ihrem Kind folgende Fragen durch:

  • Welche Dinge müssen vor dem Ins-Bett-gehen erledigt werden? (z. B. Abendessen, Kinderzimmer aufräumen, Schulranzen packen, Kleidung für den kommenden Tag herauslegen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, …)
  • Was gefällt Ihrem Kind an der bisherigen Abendroutine?
  • Welche Wünsche hat Ihr Kind für die zukünftige Abendroutine? (z. B. ein Gute-Nacht-Lied statt einer Geschichte, mehr Zeit am Abendessenstisch verbringen, …)

Nehmen Sie Ihr Kind und seine Wünsche ernst, damit es sich verstanden fühlt. Besprechen Sie aber auch, dass die Gute-Nacht-Geschichte z. B. erst vorgelesen wird, wenn Ihr Kind vorher aufgeräumt, Zähne geputzt und den Schlafanzug angezogen hat. Denn die „langweiligen“ Aufgaben, die es erledigen muss, sind genauso wichtig, wie die Wünsche, die das Kind selbst äußert – und anders herum.

Notieren Sie die wichtigsten Punkte während des Gesprächs stichpunktartig. Sind alle Punkte gesammelt und aufgeschrieben, machen Sie sich zusammen daran, die Routine sichtbar festzulegen.

Ideen für die Gestaltung der Abendroutine

Gestalten Sie die Abendroutine mit Ihrem Kind möglichst kreativ. Dadurch verbindet es das Thema mit Spaß und merkt, dass es in den kompletten Prozess involviert ist. Hier sind drei Beispiele, wie Ihre kreative Abendroutine aussehen könnte:

1. Abendroutine im Bilderrahmen

Gestalten Sie einen Zettel in Din A5-Format als Checkliste. Lassen Sie Ihr Kind z. B. „Abendroutine“ als Überschrift darauf schreiben oder nur seinen Namen, falls Sie mehr als ein Kind haben. Dann schreiben Sie Zeile für Zeile die besprochenen Aufgaben auf. Lassen Sie links neben jedem Punkt ein wenig Platz frei. Hier kann Ihr Kind jeweils ein Symbol für jede Aufgabe malen. Wenn Kunstwerk fertig ist, rahmen Sie es ein. Ihr Kind möchte die einzelnen Aufgaben abhaken? Dann kaufen Sie einen Farb-Kreidestift oder einen wasserlöslichen Tafelstift, mit dem Ihr Kind jeden Tag die Haken auf die Glasscheibe des Rahmens malen kann.

2. Abendroutine auf dem Brett

Besorgen Sie vorab eine dünne Holzplatte, wie sie normalerweise zum Laubsägen verwendet wird (Format ca. Din A4) sowie mittelgroße Holzwäscheklammern. Nach dem Festlegen der Abendroutine schneiden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind aus einem Blatt Papier etwa acht bis zehn Quadrate mit den Maßen 5 x 5 cm aus. Auf jedes Quadrat malt Ihr Kind ein Aufgaben-Symbol. Die Quadrate teilen Sie auf und kleben sie nun entlang der linken und der rechten Holzkante mit Leim oder Kleber auf der Holzplatte fest. Hängen Sie die Platte gut sichtbar im Zimmer des Kindes auf. Für jede Aufgabe, die Ihr Kind abends erledigt, klemmt es eine Wäscheklammer am entsprechenden Aufgabenquadrat fest. Jeden Morgen werden die Wäscheklammern wieder unten an das Brett geklipst, wo sie aufgeräumt sind und auf den nächsten Einsatz am Abend warten.

3. Abendroutine als Klebespaß

Teilen Sie ein Din A4-Blatt in drei Bereiche ein: Teilen Sie den oberen Bereich des Blattes (ca. 5 cm) mit einer Linie vom unteren Bereich des Blattes ab. Den unteren Blattbereich teilen Sie in zwei Spalten auf – links und rechts, indem Sie mittig eine vertikale Linie ziehen. Links = alle Aufgaben, die „To Do“, also zu erledigen sind. Rechts = alle Aufgaben, die „Done“ – also bereits erledigt sind. Geben Sie gerne beiden Spalten eine entsprechende Überschrift. Nun laminieren Sie das Blatt mit einem Laminiergerät. Als nächstes unterteilen Sie ein weiteres Din A4-Blatt in kleine Quadrate (ca. 3x3 cm). In jedes Quadrat malt Ihr Kind das Symbol einer Abendroutinen-Aufgabe. Danach laminieren Sie auch dieses Blatt und schneiden die Quadrate mit einer Schere aus. Befestigen Sie auf der Rückseite der Quadrate kleine Klebepunkte oder Teile doppelseitigen Klebebandes. So kann Ihr Kind die Aufgaben-Quadrate selbstständig von der „Zu machen“ in die „Erledigt“-Spalte kleben. Alternativ zum Kleber können Sie auch Mini-Wäscheklammern verwenden, die die Aufgaben in der jeweiligen Spalte befestigen.