Aktiv gegen Stress – einfache Übungen

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Schulkinder sind heutzutage enormem Stress ausgesetzt. Prüfungsängste, zu viele Nachmittagstermine, Streit in der Familie oder mit Freunden sind häufige Ursachen für Stress. Dieser kann sich in körperlichen Symptomen widerspiegeln, wie Bauch- und Magenschmerzen, Schwindel, Nervosität oder Kopfschmerzen. Viele Schüler ziehen sich zurück und reagieren gereizt und aggressiv. Diese Beschwerden sind ernst zu nehmen. Frühzeitig erkannt kann oftmals vorgebeugt werden.

Ursachen und Auswirkungen

Die Grundlage dieser Reaktionen sind in der Evolution zu sehen. Es war absolut notwendig, in lebensbedrohlichen Situationen möglichst schnell zu kämpfen oder zu fliehen. Je rascher der Körper reagierte, desto höher war die Wahrscheinlichkeit zu überleben. Stress hat also auch durchaus positive Aspekte. In der englischen Sprache kennt man die Begriffe "Eustress" (positiv belegt) und "Distress" (negativ belegt). Aber was genau tut sich dabei im Körper? Der Hypothalamus gilt als „Schaltzentrale“ im Gehirn und aktiviert und reguliert unsere Bedürfnisse und Körperfunktionen wie zum Beispiel Hunger, Durst, Schlaf, Wachheit, Temperatur und Hormone. Die Ausschüttung der Hormone erfolgt über den Sympathikus des vegetativen Nervensystems. Ein Anstieg der Herz- und Atemfrequenz, Ausschüttung von Adrenalin im Blut und Appetitlosigkeit sind die Folgen und kurzfristige Reaktionen auf Stress.

Positiver Umgang mit Stress

Vieler dieser Reaktionen sind heutzutage nicht mehr passend. Der Flucht- und Kampfinstinkt ist dennoch vorhanden. Deswegen ist es wichtig, Ausgleichsmechanismen zu finden und sich mit Stress als Warnsignal des Körpers, ein Stück weit „anzufreunden“. Aber wie lässt sich der Körper „austricksen“? Und wie können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen?

fit4future-Modul Brainfitness – die sechs Kernbotschaften

Es ist nicht abzustreiten, dass der Wohlfühlfaktor eine große Rolle im Umfeld "Kind – Familie – Schule" einnimmt. Es können Voraussetzungen und Verhaltensweisen erlernt werden, die zum einen das Lernen erleichtern und den Stress in Prüfungssituationen reduzieren. Entspannungsformen in Kombination mit Spielen zum Stressabbau führen dazu, dass der Schul- und Familienalltag nicht zur Zerreißprobe wird. Dazu wurden für das fit4future-Modul Brainfitness    sechs Kernbotschaften definiert:

  1. Brainfitness – Trainingsübungen fürs Gehirn
  2. Sinnesschulung – mit allen Sinnen lernen
  3. Einfacher lernen – Taktik hilft
  4. Umgang mit Stress – wenn’s mal eng wird
  5. Richtig entspannen – in der Ruhe liegt die Kraft
  6. Stressabbau – cool down!

Übungsbeispiele für Zuhause

Basierend auf diesen Kernbotschaften geben wir drei Spielanregungen mit in die Ferien. Die meisten Übungen lassen sich ohne großen Aufwand im Kreis der Familie durchführen. Für alle Übungen gilt: Die Sauerstoffversorgung des Gehirns wird gefördert und damit die Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung verbessert!

Rücken malen

Ein Familienmitglied schreibt mit den Fingern dem anderen Buchstaben, Zahlen oder Wörter auf den Rücken und diese müssen erraten werden. Bei dieser Übung wird die taktile und visuelle Wahrnehmung gefördert und die Kinder sollten sich in einem möglichst reizarmen Umfeld aufhalten (also ohne laufenden Fernseher oder Radio im Hintergrund) und vor allem: es macht unglaublich viel Spass! Wichtig: Der Druck beim Fingermalen sollte gleichmäßig ausgeführt werden und lieber langsamer als zu schnell malen.

Gewitter-Massage

Was gibt es Schöneres, als miteinander Zeit zu verbringen und dies mit einer Massage zu krönen? Kinder lieben Massagen. Bei dieser Übung werden verschiedene Wettersituationen mit Massagebewegungen am Rücken dargestellt. Beim „Wetterbericht“ werden diese Bewegungen als Rätsel verwendet. Bei kleineren Kindern bietet es sich im Vorfeld der Massage an, die Wetterformen miteinander zu besprechen: „Wie fühlt sich die Sonne auf der Haut an?“ (Hände vorher warm reiben und diese danach auf den Rücken des Partners legen), „Wie könnte sich der Regen anfühlen?“ (die Fingerspitzen klopfen leicht auf den Rücken), „Wie spürt man Blitze?“ (hier könnte man Zick-Zack-Bewegungen am Rücken malen). Diese Übung bietet sich perfekt für eine vierköpfige Familie mit Partnertausch an oder auch für die Kinder bzw. Geschwister untereinander, die schon geschult sind in dieser Übung.

Lernspaziergang

Du musst etwas auswendig lernen? Geh raus in die Natur und mach einen spielerischen „Lernspaziergang“. Langsames Spazieren an der frischen Luft löst Blockaden. Am besten schreibst Du alles übersichtlich und in der richtigen Reihenfolge auf ein Blatt Papier, nimmst Dein Vokabelheft oder das zu lernende Buch mit zum Lernspaziergang. Zum Beispiel: Du lernst auf Englisch das Wort "Baum" und siehst auf Deinem Lernspaziergang ein ganz besonderes Exemplar davon. Du musst ein Gedicht auswendig lernen? Reime zu den Takten Deiner Schritte! Warum funktioniert das so gut? Es vereinfacht den Lernprozess, einzelne Lerninhalte mit Bildern aus der Natur zu assoziieren. Gedächtnissportler verknüpfen beispielsweise ebenfalls abstrakte Fakten mit bildhaften Geschichten: so werden die Informationen in das Langzeitgedächtnis gespeichert und sind nachhaltig abrufbar. Gehe zuhause den Spaziergang nochmals in Gedanken durch und versuche, Dich an die Sachen, die Dir begegnet sind, nochmals zu erinnern. So lässt es sich stressfrei gemeinsam mit den Familienmitgliedern lernen, sofern dies in den Ferien notwendig ist!

Noch mehr Anregungen gibt es für unsere Teilnehmer in der Eltern-Broschüre und für Lehrkräfte auf den fit4future-Aktionskarten zum Modul Brainfitness. Diese sind zum Download in unserem Login-Bereich verfügbar.

Auch unser Brainfitness-Botschafter Holger Badstuber hat ein paar gute Übungen auf Lager, wie Kinder geistig fit und entspannt durch den (Schul-) Alltag kommen.