Cool down: Basteltipps gegen Kinderwut

Machen Brainfitness
Lesedauer 5 min. Lesedauer

Wann waren Sie das letzte Mal so richtig wütend? Erwachsene können das Gefühl besser kontrollieren und zwischen Nuancen wie „verärgert“ oder „enttäuscht“ unterscheiden. Wenn Kinder wütend sind, können sie diese Unterschiede noch nicht genau zuordnen. Und im Gegensatz zu vielen Erwachsenen drücken sie ihre Wut aus.

Wichtig: Ihr Kind darf wütend sein. Wut ist kein „schlechtes“ Gefühl. Es ist für Ihr Kind nur wichtig zu wissen, was sich hinter dieser Wut verbirgt und was es tun kann, wenn es wütend ist.

Lassen Sie Ihr Kind deshalb nicht allein mit der Wut, sondern unterstützen Sie es dabei zu lernen, wie es damit umgehen kann. Helfen Sie Ihrem Kind einzuordnen, woher die Wut in dem Moment gerade kommt und wie es mit ihr umgehen kann.

Wir haben uns für Sie Basteltipps überlegt, die dabei helfen können. Damit Ihr Kind und Sie sich gleich etwas besser fühlen.

1. Am Wut-Rad drehen

Für Ihr Kind ist es nicht einfach, mit der eigenen Wut umzugehen. Es tut ihm gut, wenn es den Ärger im Körper spüren und abreagieren darf. Gezielte Aktionen helfen, dass sich die Wut entlädt und sich Ihr Kind beruhigt.

Mit dem Wut-Rad lassen sich Wutanfälle schwächen und der schlimmste Ärger ist vorbei. Danach können Sie mit Ihrem Kind leichter darüber sprechen und zur Tagesordnung zurückkehren.

Verwenden Sie für das Wut-Rad einen festeren Karton und zeichnen Sie es mit einem schwarzen Filzstift entsprechend vor. Ihr Kind kann das Rad dann farblich so gestalten, wie es möchte. Befestigen Sie anschließend mittig im Kreis einen Pfeil mit einer Reißzwecke, wenn das Wut-Rad an eine Pinnwand geheftet wird oder mit einer Musterbeutelklammer (runde Verschlussklammer – erhältlich z. B. in Post-Filialen oder Schreibwarenläden). Den Pfeil können Sie ebenfalls aus Karton ausschneiden.

Zur Beschriftung: Nutzen Sie gerne unsere Methode, um die schlimmsten Aggressionen loszuwerden. Vielleicht haben Sie aber auch eigene Einfälle, angepasst auf Ihr Kind.

>> Laden Sie die Vorlage für das Wut-Rad hier als PDF herunter.

Das Wut-Rad: Innen ein Kreis, in dem ein Pfeil angebracht ist, der äußere Ring besteht aus Rauten, in denen eine Möglichkeit beschrieben ist Dampf abzulassen. z. B. "Stampfe auf".

2. Zorn-Monster malen

Helfen Sie Ihrem Kind, sich bewusst zu werden, wie wütend es überhaupt ist. Dadurch verstehen Sie besser, an welchem Punkt sich Ihr Kind gerade in seiner Wut befindet und können entsprechend darauf reagieren. Lassen Sie es ein eigenes Zorn Monster malen. Ist es ein zotteliges, zähnefletschendes Monster oder hat es einen langen Hals und ballt die Hände zu Fäusten? Wichtig sind auch die Farben, mit denen das Monster am Ende ausgemalt wird. Fragen Sie Ihr Kind, welche Farbe an welcher Stelle welche Bedeutung hat. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber und Sie werden erstaunt sein, wie gut sich beide Seiten danach fühlen.

3. Anti-Wut-Ball werfen

Unterstützen Sie Ihr Kind, die Wut und die damit verbundene, überschüssige Energie loszuwerden. Hierbei soll der Anti-Wut-Ball helfen. Der kann mit wasserfestem Marker angemalt und an eine festgelegte Zimmerwand geworfen werden.

Benötigtes Material

  •       einen Frühstücksbeutel
  •       zwei Luftballons
  •       Mehl oder Reis
  •       einen Teelöffel
  •       eine Schere

So geht´s

Schneiden sie die schmalen Enden der Luftballons ab, sodass nur der runde, untere Teil übrigbleibt. Füllen Sie Mehl oder Reis in den Frühstücksbeutel. Bei größeren Luftballons benötigen Sie ca. zehn Teelöffel Mehl, bei kleineren etwas weniger. Verdrehen Sie anschließend den Beutel und schneiden Sie das offene Ende ab. Formen Sie den Beutel zu einer Kugel und achten Sie darauf, dass keine Luft im Beutel ist. Anschließend stülpen Sie den ersten zugeschnittenen Luftballon über das Mehlsäckchen. Achten Sie darauf, dass sich das Säckchen nicht öffnen. Über diese Kugel ziehen Sie dann den zweiten Ballon und zwar über die Seite, die der Öffnung des ersten Ballons gegenüber liegt. Drücken Sie alles in eine schöne, runde Form – fertig ist der Anti-Wut-Ball. Ihr Kind kann diesen dann mit wasserfesten Stiften bemalen und damit der Wut ein Gesicht geben.

4. Mit der Checkliste schlechte Gefühle bewältigen

Gestalten Sie für Ihr Kind eine Checkliste, mit der es besser mit den unterschiedlichen Gefühlen wie Wut, Aggression oder auch Traurigkeit zurecht kommt. Lassen Sie dabei immer Ihr Kind entscheiden, welche der Strategien es umsetzen möchten, um den schlechten Gefühlen entgegenzuwirken. Kopieren Sie vielleicht vorher die Liste, damit diese immer griffbereit zur Hand ist.

Wir haben einige Vorschläge, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf die Checkliste setzen können:

  •          Zeichne oder male etwas, was Dir Freude bereitet
  •          Schließe die Augen, atme langsam ein und aus und denke an etwas Schönes
  •          Sieh Dir ein Bilderbuch mit lustigen Bildern an
  •          Mache Sportübungen, die Dir leichtfallen
  •          Baue etwas z.B. mit Legosteinen, Holzklötzen oder mach ein Puzzle
  •          Umarme Dich selbst
  •          Denke an eine schöne Erinnerung oder an einen schönen Ort
  •          Dehne Dich oder mache Yoga-Übungen, wenn du welche kennst
  •          Trinke langsam ein ganzes Glas Wasser
  •          Lehne Dich an eine Wand, schließe die Augen und entspanne Dich
  •          Helfe jemanden bei etwas oder erledige eine Aufgabe
  •          Überlege Dir drei schöne Dinge, für die Du dankbar bist
  •          Sprich mit jemandem über Deine Gefühle – mit den Eltern, der Freundin oder auch einem Kuscheltier
  •          Springe auf und ab und schüttle Dich dabei kräftig aus
  •          Setze Dich im Schneidersitz entspannt hin und lausche Deiner Atmung – schließe gerne Deine Augen dazu

Die Liste kann Ihr Kind auch selbst gestalten. Dann ist sie eine ganz persönliche Wut-Liste.

5. Die Wut fliegen lassen

Lassen Sie Ihr Kind seine Wut, die Sorgen und Probleme auf einen Zettel schreiben oder malen und einfach davon fliegen. Ihr Kind kann Begriffe oder ganze Sätze auf ein Blatt Papier niederschreiben und es anschließend zu einem Papier Flieger falten. Gehen Sie anschließend mit Ihrem Kind raus und lassen Sie den Papierflieger starten. Schauen Sie gemeinsam zu, wie die Wut und all die Sorgen davonfliegen. Fragen Sie Ihr Kind, ob dadurch die Anspannung verflogen ist und sich Entspannung breit macht.

Es können auch andere Rituale mit dem Zettel durchgeführt werden, wie z. B. den Zettel zu zerreißen oder darauf rum zu stampfen.

Probieren Sie es aus und beobachten Sie, ob die Strategien Ihrem Kind helfen.