Entspannt in den Alltag: Morgen-Routine für Kinder

Lesen Brainfitness
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Routinen sind keine Magie, aber sie können einiges verändern – zum Beispiel den Start in den Schultag. Mit diesen Schritten und kreativen Charts führen Sie neue Routinen für den stressfreien Morgen ins Familienleben ein.

Schritt 1: Welche Routine passt zu Ihrem Kind?

Nehmen Sie sich etwas Zeit und überlegen Sie sich, wie der Morgen mit Ihrem Kind normalerweise aussieht. Welche Punkte klappen in der Früh gut und bei welchen gibt‘s regelmäßig Tränen, trotziges Verhalten oder Streit? Gehen Sie Punkt für Punkt durch:

  • Ein bestimmter Punkt klappt gut? Dann ändern Sie nichts daran.
  • Ein anderer Punkt endet regelmäßig in schlechter Laune oder Stress? Dann überlegen Sie sich verschiedene Rituale, mit denen der Punkt für Ihr Kind (und damit auch für Sie) einfacher und stressfreier wird.

Beispiel: Steht Ihr Kind morgens gut und gerne aus dem Bett auf? Haben Sie hier bereits ein Ritual, was das Aufstehen erleichtert? Das kann ein Guten-Morgen-Kuss von Ihnen sein oder dass Sie langsam den Rollladen vom Kinderzimmer-Fenster hochmachen und Tageslicht hineinlassen. Das kann ein fröhliches Wecklied von der Lieblings-Playlist sein oder etwas Ähnliches. Wenn es mit dem Aufstehen wunderbar funktioniert, behalten Sie das Vorgehen so bei.

Oder ist es für Ihr Kind sehr schwierig, das gemütliche Bett zu verlassen, sodass die Laune direkt zum Tagesbeginn im Keller ist? Überlegen Sie sich, wie Sie Ihrem Kind das Aufstehen einfacher machen können, damit der Tag positiver beginnt. Vielleicht reicht ein liebes Wort beim Aufwecken. Oder Sie wecken das Kind mit der Aussicht auf ein schönes Vorhaben am Nachmittag, zum Beispiel: „Guten Morgen, heute wird sicher ein toller Tag. Freust Du Dich auch schon so auf den Waldspaziergang mit dem Nachbarshund am Nachmittag?“ Testen Sie aus, was gut funktioniert und nehmen Sie das Ritual mit in die Morgen-Routine auf.

Schritt 2: Wie führen Sie die neue Routine in Ihren Familienalltag ein?

Sprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind darüber, was es an Schultagen in der Früh gut findet und was nicht. Vielleicht kommen Ihnen dadurch noch ein paar andere Ideen für hilfreiche Morgenrituale. Sie haben mehr als ein Kind, sodass es verschiedene Bedürfnisse zu beachten gibt? Probieren Sie aus, wie Sie diese individuellen Bedürfnisse kombinieren und auf sie eingehen können.

Beispiel: Benötigt Kind A zum Anziehen Hilfe, während Kind B schnell selbst damit fertig wird, dafür aber beim Zähneputzen regelmäßig ins Spielen und Träumen kommt? Dann starten Sie z. B. gemeinsam mit dem Anziehen, damit Kind B sich beim Zähneputzen Zeit lassen kann und Sie anschließend zusammen mit dem Frühstück beginnen können.

Vielleicht können Sie auch gemeinsam vereinbaren, dass bestimmte Aufgaben immer abends erledigt werden, wie: Schulranzen packen, Outfit für den kommenden Schultag herauslegen, Frühstückstisch so weit wie möglich vorbereiten, Mittags-Snack vorbereiten, … Auch hier hilft eine Abend-Routine.

Schritt 3: Wie helfen kreative Routine-Charts?

Sie bringen als zusätzliches Ritual Spaß und Orientierung in die kindliche Morgen-Routine: schön gestaltete Charts mit den morgendlichen Aufgaben. Basteln Sie den individuellen Routineplan am besten gemeinsam mit Ihrem Kind.

Vorteile

  • Dadurch können sich schöne Unterhaltungen zum Thema ergeben
  • Sie können mit Ihrem Kind noch einmal checken, welche Aufgaben morgens anstehen und was die Erledigung der Aufgaben erleichtert
  • Ihr Kind hat Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dabei mitzureden
  • Ihr Kind steht auch selbst hinter der Morgen-Routine und erledigt die Aufgaben dadurch mit einem anderen Verantwortungsgefühl

Ideen für kreative Routine-Charts

Hier kommen zwei Beispiele für individuelle Routine-Charts, die Spaß machen:

Morgen-Routine auf der Tafel

Haben Sie eine kleine Schiefertafel zu Hause? Dann funktionieren Sie diese um. Teilen Sie die Tafel in zwei Spalten ein. In der linken Spalte notieren Ihr Kind oder Sie als Text oder als Symbol die morgendlichen Aufgaben – und zwar in der Reihenfolge, in der sie erledigt werden sollen. Seien Sie gemeinsam kreativ mit der Auswahl der Kreidefarben und den Symbolen. Hängen Sie die Tafel auf Kopfhöhe Ihres Kindes entweder an die Kinderzimmerwand oder an die Tür im Kinderzimmer. Ein buntes Kreidestück wird an eine Schnur geknotet und an der Tafel befestigt. Ihr Kind kann jetzt jeden Morgen selbstständig in der rechten Spalte Smileys oder Häkchen hinter die Aufgabe malen, die es gerade erledigt hat. Am Abend wird die rechte Spalte mit einem feuchten Tuch abgewischt.

Praktisch: Die Routine-Chart kann schnell angepasst werden, falls sich Aufgaben ändern.

Morgen-Routine auf laminiertem Papier

Ähnlich wie bei der Tafel-Variante werden hier die Aufgaben in der entsprechenden Reihenfolge in die linke Spalte auf das Papier gedruckt – als Text oder als buntes Symbol. Laminieren Sie das bedruckte Papier und hängen Sie es an die Pinnwand oder an die Tür im Kinderzimmer. Mit einem wasserlöslichen Tafelstift bzw. Whiteboard-Marker oder einem Farb-Kreidestift kann Ihr Kind ab sofort morgens kennzeichnen, welche Aufgaben bereits erledigt sind: mit bunten Smileys, Sternchen, Häkchen. Auch gut lösliche Aufkleber kann Ihr Kind zum „Abhaken“ verwenden.

Weitere Ideen für kreative Routine-Chart finden Sie im Beitrag zur Abend-Routine für Ihr Kind.