Kein Bock auf Home-Schooling? So klappt es trotzdem

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Der Reiz des Neuen ist verschwunden – und Schule am Küchentisch kein spannendes Abenteuer mehr für Ihr Kind? Dann haben wir hier ein paar Tricks, mit denen sich auch kleine Sturköpfe vielleicht wieder motivieren lassen.

Mathe mit Mama, Aufsatz mit Papa und zwischendrin noch eine halbe Stunde Sport für die ganze Familie? In den ersten Wochen fanden die meisten Kinder das noch superspannend: Kein Tag lief ab wie der andere, und Schule war plötzlich ein Abenteuer.

Doch dieser Effekt ist inzwischen ziemlich verblasst. Und es wird mit jedem Tag schwerer, das Kind weiter bei Lern-Laune zu halten und es zum Erfüllen der Arbeitspakete anzuhalten. „Ich habe keinen Bock!“, heißt es jetzt plötzlich. Elterlicher Druck alleine verschlimmert die Lage eher. Probieren Sie stattdessen doch einmal einen der folgenden fünf Wege aus dem Motivationsloch:

  1. Mehr Demokratie. Falls Ihr Kind damit hadert, dass immer Sie „der Bestimmer“ sind, können Sie einen Teil der Macht auch mal probeweise abgeben: Lassen Sie das Kind festlegen, an welchem Tag es was machen möchte oder ob es zuerst Mathe und dann Deutsch machen will. Stellen Sie gemeinsam einen Tages- und Wochenplan auf. Am Ende wird dann – so neutral wie möglich – Bilanz gezogen: Was hat gut geklappt, was sollte in der kommenden Woche anders gemacht werden?
  2. Ortswechsel. Nur am Schreibtisch zu sitzen, ist ja auch irgendwie langweilig. Gestalten Sie einen Tag ausnahmsweise wie einen Lern-Parcours im Haus: Mathe im Garten oder auf dem Balkon, Deutsch an Papas Schreibtisch, Kunst auf dem Badezimmer-Fußboden oder direkt in der Badewanne (dann macht es auch nichts, wenn der Malbecher mal umkippt).
  3. Kleine Anreize. Holen Sie den Adventskalender aus dem Keller und befüllen Sie ihn für die noch verbleibenden Wochen bis zu den Ferien. Wenn das Kind gut mitgearbeitet hat, darf es danach ein Türchen öffnen.
  4. Andere Wege. Mitunter steckt auch kognitive Langeweile hinter der Arbeitsverweigerung, da während der Home-Schooling-Phase weniger neuer Stoff durchgenommen wird als im normalen Schulalltag. Falls Ihr Kind das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten: Fordern Sie es zusätzlich heraus durch spielerische Mini-Challenges – etwa, indem es die Mathe-Übungen gegen die Stoppuhr erledigen muss, den Aufsatz am Laptop schreiben darf oder das Bild malt, während es auf einem Bein steht.
  5. Neue Rolle. Überlassen Sie mal einen Tag lang Ihrem Kind die Lehrer-Rolle: Es muss Ihnen erklären, wie man richtig addiert oder welches Blatt zu welchem Baum gehört. Und ja, dabei dürfen Sie ruhig auch mal sagen, dass Sie jetzt „echt keinen Bock mehr haben“. Mal schauen, was Ihrem Kind dazu einfällt...

Solche Tricks sind gut dafür geeignet, akute Unebenheiten in der Stimmungslage auszugleichen und so zumindest an dem einen oder anderen kritischen Tag trotz kindlicher Gegenwehr das Lernpensum zu schaffen. Sinkt die Motivation Ihres Kindes allerdings dauerhaft auf ein Rekord-Tief, sollten Sie nachhaken: Ist es über- oder unterfordert? Fehlen ihm die Klassenkameraden? Oder braucht es einfach ein bisschen mehr Lob? Versuchen Sie in einer ruhigen Stunde, gemeinsam den wahren Bedürfnissen auf den Grund zu gehen. Nur so können Sie zusammen einen Plan entwickeln, damit die Zeit des Home-Schoolings letztendlich doch als schöne Erfahrung endet – für alle Beteiligten.