„Mama, ich will aber Schokolade!“

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Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie sitzen am Frühstückstisch und Ihr Kind möchte wieder einmal nur ein Brot mit Butter oder am liebsten einfach eine Tafel Schokolade?  

Keine Panik - Kinder haben immer wieder Phasen, während derer sie nur noch ein bestimmtes Nahrungsmittel - wie zum Beispiel Schokolade - essen wollen oder Gemüse und Obst komplett ablehnen. In der Regel pendelt sich das nach einiger Zeit von selbst wieder ein. Solange Ihr Kind munter und aktiv ist, brauchen Eltern sich nicht allzu viele Sorgen machen. Erst wenn sich dies über Monate hinzieht und Ihr Kind ständig müde, blass oder geschwächt ist, sollten Sie ein Gespräch mit dem Arzt führen. 

Ausgewogene Ernährung: Wie erhält mein Kind genug Vitamine und Nährstoffe?

Viele Eltern ärgern sich, wenn ihr Kind einseitig isst, und machen sich Sorgen, ob es die nötigen Vitamine und Nährstoffe bekommt, um gesund und fit zu bleiben. Spezielle Essgewohnheiten führen daher immer wieder zu Konflikten am Familientisch. Zwang zum Essen von Gemüse und Obst oder Druck, eine ausgewogene Mahlzeit zu sich zu nehmen, sollte aber auf keinen Fall ausgeübt werden. Das bewirkt oft genau das Gegenteil, wie Thomas Ellrott (Ellrott T., Psychologische Aspekte der Ernährung, Diabetologie 2013; 8:R60, Georg Thieme Verlag) vom Institut für Ernährungspsychologie in Göttingen erklärt: In vielen Fällen ist es so, dass Kinder durch Herummäkeln am Essen im Mittelpunkt stehen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen.

Doch, was genau ist denn unter „ausgewogen“ zu verstehen? Nach den Empfehlungen des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung FKE gilt die sogenannte Optimierte Mischkost OptiMIX als Standard für die Altersgruppen von 1-18 Jahren. Darin werden die Richtwerte der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) berücksichtigt, die zur Vorbeugung von Krankheiten, bedingt durch die Ernährung, empfohlen werden: 

  • reichlicher Verzehr von ungesüßten/zuckerfreien Getränken und pflanzlichen Lebensmitteln 
  • mäßiger Verzehr von tierischen Lebensmitteln 
  • sparsame Verwendung von Zucker, Salz und/oder Fett

Lust auf Zucker: Warum mögen Kinder (und auch Erwachsene) so gerne Süßigkeiten?

So viel zur Theorie und dem, was wünschenswert ist. Mit der Lust auf Zucker müssen Sie sich als Eltern dennoch im Verlauf des Großwerdens Ihres Kindes auseinandersetzen. Denn der Süßgeschmack wird evolutionsbedingt schon von Geburt an bevorzugt, weil Süßes in der Regel nicht giftig ist. Da die Zellen ständig Energie brauchen und diese am liebsten aus dem Zuckergehalt im Blut beziehen, fühlt Ihr Kind sich bei einem ausreichend hohen Blutzuckerspiegel satt und zufrieden. Süßes bewirkt, dass dieser sprunghaft ansteigt – aber auch schnell wieder abfällt. Dem Körper wird so signalisiert, dass er wieder Nachschub braucht. Je mehr Süßes Ihr Kind also isst, desto mehr steigt die Lust darauf. Ein Teufelskreis beginnt, den wir so nicht wollen, weil dadurch Übergewicht gefördert wird und ein Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Nährstoffen entstehen kann.

Was können Sie also tun?

4 Tipps: So motivieren Sie Kinder zum gesunden Essen

Durch ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot und Gemüse steigt der Blutzuckerspiegel nur langsam an und fällt langsam wieder ab, wodurch ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl entsteht. Zusätzlich können diese Ideen hilfreich sein, um Ihr Kind auf seinem Weg zu einem ausgewogenen und damit gesunden Ernährungsverhalten spielerisch zu begleiten.

  • Mitmachen lassen: Lassen Sie Ihr Kind beim Zubereiten und auch beim Tischdecken mithelfen. Meist haben Kinder Spaß daran, bei der Auswahl des Essens mitreden zu dürfen und die Chance ist größer, dass sie Appetit darauf bekommen. Dabei können Sie vereinbaren, dass es das Schokoladenbrot als kleine Portion zum Nachtisch gibt. Vielleicht hat Ihr Kind aber auch Lust, eine andere Nachspeise selbständig zuzubereiten, die es mit bunten Früchten dekoriert. 
  • Vorbild sein: Auf keinen Fall wollen Kinder so etwas wie „Jetzt iss‘ schon, das ist gesund“ hören. Sehr häufig wird „gesund“ mit der Erfahrung „schmeckt sowieso nicht“ verknüpft. Viel wirkungsvoller ist es, wenn Sie Ihrem Kind Lust aufs Essen machen, indem Sie selbst auch mit Genuss essen und diese Freude mit den Worten „schmeckt richtig lecker, probier‘ doch auch mal“ vorleben. 
  • Wiederholung: Neue Lebensmittel müssen immer wieder probiert werden, bevor sie schmecken, was bis zu 20 Versuche dauern kann. Animieren Sie Ihr Kind dazu, haben Sie Geduld und bestimmen Sie lediglich, was, wo und wann gegessen werden kann, Ihr Kind entscheidet, wie viel es davon isst. 
  • Abwechslung: Bieten Sie Ihrem Kind eine abwechslungsreiche Auswahl an Nahrungsmitteln an, das fördert die Lust am Essen und versorgt den Körper mit allen Nährstoffen, die es für eine gute und gesunde Entwicklung braucht.

Nahrungsergänzungsmittel sind nur in Absprache mit dem Arzt sinnvoll, wenn dieser einen echten Mangel diagnostiziert.

Fazit: Geduld, Gewohnheit, Genuss

Es gehört sehr viel Geduld dazu, bestimmte Gewohnheiten zu verändern, aber in kleinen Schritten schaffen Sie es. Nehmen Sie sich für die erste Woche einfach nur vor, beim Butterbrot feinvermahlenes Vollkornbrot statt Toast zu nehmen und die Butter darauf nur dünn zu verstreichen. Dann haben Sie schon einen ersten Schritt in die gewünschte Richtung getan.  

 

Bildquelle: iStock.com/LightFieldStudios

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