Sag, wie geht es Dir mit E-Teaching?

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Online unterrichten: Vor ein paar Monaten war es noch kein Thema. Durch die Corona-Krise waren Lehrkräfte plötzlich dazu gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Wie es ihnen dabei ging? Wir haben die Lehrkräfte bundesweit gefragt.

Wie ging/geht es Ihnen mit dem Online-Unterricht? Das war die Gretchenfrage, die wir in unserer bundesweiten Lehrkräfte-Befragung „E-Teaching in Deutschland“ gestellt haben. Während der Großteil aller teilnehmenden Lehrkräfte den Online-Unterricht als neutral empfindet (40,9 Prozent), geht es etwa einem Drittel (20,7 Prozent) nicht gut damit. 2,7 Prozent empfinden diese Art des Unterrichts als überfordernd.

Schulform: Ergebnisse im Überblick

Blicken wir genauer auf die Zahlen, zeigt sich allerdings, dass die Antworten hier – je nach Schulform der Lehrkräfte – zum Teil stark variieren:

  • Mit dem E-Teaching zufrieden sind 26,1 Prozent der teilnehmenden Lehrkräfte, die an Grundschulen unterrichten, 45 Prozent bewerten es neutral. Sehr gut geht es 4,2 Prozent von ihnen, 21,8 Prozent nicht gut und 2,9 Prozent fühlen sich überfordert.
  • Von den teilnehmenden Lehrkräften an Förderschulen sind dagegen nur 24,4 Prozent zufrieden und 33,3 Prozent neutral. Sehr gut geht es keiner der Lehrkräfte, dafür fühlen sich 11,1 Prozent überfordert und 31,1 Prozent nicht gut mit dem E-Teaching.
  • Fast die Hälfte (42,6 Prozent) der teilnehmenden Lehrkräfte an weiterführenden Schulen sind zufrieden mit E-Teaching, 36,8 Prozent neutral und 5,1 Prozent kommen sehr gut damit zurecht. Nicht gut fühlen sich nur 15 Prozent und überfordert keine der an der Umfrage teilnehmenden Lehrkräfte.

Auch die Einschätzungen, wie die eigenen Klassen mit dem Home-Schooling zurechtkommen, unterscheiden sich laut der Lehrkräfte stark.

Eine Frage der Kommunikation

Die Lehrkräfte an weiterführenden Schulen kommen laut der Umfrageergebnisse besser mit dem Online-Unterricht zurecht. Die Gründe dafür können natürlich vielfältig sein. Tendenziell lässt sich aber aus den Umfrageergebnissen Folgendes ableiten:

Beim digitalen Unterricht entfallen – je nach Kanal – wichtige Aspekte des direkten Kontakts. Also Stimme, Gestik oder Mimik. Das macht die Kommunikation schwieriger. Während Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen deutlich häufiger analoge Kommunikationskanäle, wie Telefon und Post, nutzen, nutzen Lehrkräfte an weiterführenden Schulen sehr viel öfter interaktive Kanäle, wie Lernplattformen, Chats und Video-Konferenzen.

Ausschlaggebend für die Wahl der Kanäle sind hier mit Sicherheit auch das Alter der Schülerinnen und Schüler sowie die Einschätzung, ob diese in Gruppen oder eher im Einzelkontakt betreut werden sollten. Während über interaktive Kanäle schnell mehrere Schülerinnen und Schüler angesprochen werden können, ist der Zeitaufwand bei Telefonaten und Briefen größer, die Ansprache dafür individueller.

E-Teaching muss weiterentwickelt werden

Die Umfrage „E-Teaching in Deutschland“ zeigt, dass viele Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler noch nicht gut mit dem Online-Unterricht und dem Home-Schooling zurechtkommen. Wahrscheinlich vor allem aus Zeit-, Kompetenz- und Ausstattungsgründen werden dabei viele klassische Kommunikationskanäle und Formate verwendet. Zwar nutzen die befragten Lehrkräfte an weiterführenden Schulen bereits vermehrt auch moderne und interaktive Kanäle und Formate, dieses Potential sollte allerdings auch weiterhin und Schulform-übergreifend verstärkt ausgeschöpft werden.

Im kommenden Jahr erhalten teilnehmende Schulen bei fit4future Kids dazu viele Infos, Tipps und Anleitungen. Denn dann liegt der Fokus auf dem Thema „Medienkonsum“.

Bundesweit haben 136 Lehrkräfte von weiterführenden Schulen, 238 von Grundschulen und 45 von Förderschulen an der Umfrage „E-Teaching in Deutschland" teilgenommen. Alle Details und Ergebnisse der Umfrage finden Sie in unserem Abschlussbericht.