Stress bei Kindern durch Corona: So können Eltern helfen

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Die Pandemie hat unser Leben im vergangenen Jahr auf den Kopf gestellt. Die Maßnahmen und das Wechselspiel zwischen Homeschooling und Schulbesuch zehren am seelischen Wohlbefinden insbesondere der Kinder. 

Der Alltag mit dem Corona-Virus bedeutet für Kinder und ihre Familien einen andauernden Stresstest. Seit mehr als einem Jahr müssen alle aufeinandersitzen, parallel arbeiten, Homeschooling machen. Gleichzeitig können Kinder in der Freizeit nicht wie gewohnt zu ihren Freunden gehen, sich mit Gleichaltrigen im Sportverein treffen oder sich auf einen geregelten Schulalltag verlassen. Die meisten waren und sind mit diesem Zustand unzufrieden oder auch überfordert, es gab daheim mehr Ärger als sonst. 

Studien zeigen: Die Pandemie hinterlässt Spuren bei den Kindern

Viele Kinderärzte und -psychologen äußerten sich in den letzten Wochen und Monaten dazu und Studien belegen es ebenfalls, dass die Pandemie nicht spurlos an den Kindern und Jugendlichen vorüber gehen wird. Die Experten nennen dabei eine Zunahme psychischer Auffälligkeiten (z.B. Schlaf- und Konzentrationsstörungen), aber auch die Verschlechterung im Gesundheitsverhalten (mehr Medienkonsum, weniger sportliche Aktivität, schlechtere Ernährung). Der Zustand der Eltern hat natürlich ebenfalls einen Einfluss auf die Lebensqualität der Kinder.

Und auch wenn Experten, wie der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. med. Jörg Fegert betont, „nicht pauschal von einer ‚verlorenen Generation‘“ zu sprechen, so ist dennoch klar: Familien, in denen es schon vor der Corona-Pandemie Stress und Probleme gab, leiden nun ganz besonders. Denn ihr Zugang zu Hilfsangeboten und Anlaufstellen ist aktuell eingeschränkt, sie befinden sich teilweise in prekären Situationen. Andere wiederum kommen besser mit den Veränderungen zurecht.

Was können Eltern tun?

Zwar keimt langsam ein Silberstreif am Horizont auf, dennoch kann man noch nicht von einem normalen Alltag sprechen. Nach wie vor ist nichts „wie früher“, eher ist es ein „neuer Alltag“. Das können Sie als Familie tun, um ihre Kids weiterhin bestmöglich aufzufangen:

  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie mit Ihren Kindern. Auch über Ihre eigenen Belastungen. Denn Kinder merken, dass ihre Eltern immer gestresster sind, wissen aber nicht, woran das liegt. Damit laufen Sie Gefahr, die Fürsorgerolle zu übernehmen. Wenn Eltern mit offenen Karten spielen, ist es leichter, sich gegenseitig Mut zu machen. Bilden Sie einen kleinen Familienrat, jeder äußert seine Sorgen, oder spricht an, was gut läuft.
  • Augen auf beim Medienkonsum: Kinder verbringen in der Pandemie viel mehr Zeit vor dem Bildschirm, gleichzeitig fällt die Präventionsarbeit in der Schule weg. Wenn Kinder wissen, dass ihre Eltern für alles ein offenes Ohr haben, erzählen sie ihren Eltern eher davon, sollten sie einmal über "komische" Dinge im Netz stolpern. So können dann gemeinsame Lösungen gefunden werden. Unsere Empfehlung für alle Eltern und auch Pädagogen: die fit4future-Lernvideos zum Thema Medienkompetenz (für fit4future-Teilnehmer*innen nach Login im Mitgliederbereich verfügbar).
  • Raus in die Natur: Solange die Sportstätten noch nicht in großem Stil wieder offen sind: Bewegen Sie sich als Familie. Das fördert einen gesunden Lebensstil und begünstigt guten Schlaf. Außerdem macht es Spaß. Gehen Sie gemeinsam in den Park, unternehmen Sie eine Radtour, entdecken Sie den Stadtwald oder machen Sie am Wochenende einen Ausflug ins Grüne.
  • Ausgewogen essen: Gesund, regelmäßig und am besten selbst gemacht. Versuchen Sie, zumindest einmal am Tag im Familienverbund zu essen. Das bietet Sicherheit für den Tagesablauf und alle können sich auf diese gemeinsame Zeit freuen. Oder kochen Sie gemeinsam! Tipps und Rezepte finden Sie im fit4future-Entdecken-Bereich.
  • Soziale Kontakte und Freundschaften erneuern: Organisieren Sie Treffen im Freien, nehmen Sie den besten Freund oder die beste Freundin mit auf einen Ausflug – wenn das im Rahmen der Regelungen erlaubt ist.

Mehr Ideen und Anregungen für Eltern gibt es auf Corona und Du - dem Infoportal zur psychischen Gesundheit für Kinder und Jugendliche. 

Und wenn es richtig „brennt“?

Manche Kinder leiden aber trotz allem mehr als andere. Sollten Sie einen solchen Fall beobachten, bei den eigenen Kindern oder im Bekanntenkreis: Bei diesen Stellen finden Sie Hilfe und Rat

 

Nicht nur, aber ganz besonders in schwierigen Zeiten, hilft ein gutes "Abwehrsystem". Kinder, aber auch ihre Eltern und die Lehrkräfte, erhalten bei fit4future viele Tipps im richtigen Umgang mit Stress. 

 

Fotoquelle: Andrea Piacquadio von Pexels

Wir freuen uns auch über eine ausführliche Rückmeldung per E-Mail an: kids@fit-4-future.de

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